Interdisziplinäres Zentrum für Geschlechterforschung (IZFG)

Armut und Prekarität

Alleinerziehende und Armut

Forschungsprojekt:

"Alleinerziehende und Armut":

Eine qualitative Studie zu Möglichkeiten der gesellschaftlichen Teilhabe
Alleinerziehenden

Forschungsteam:
Dr. des. Michèle Amacker (IZFG), Nadine Wenger (IZFG), Sebastian Funke (IZFG)

Laufzeit:
Juni 2014 – April 2015

Finanzierung:
Caritas Schweiz

Abstract
Familien, die aus alleinerziehenden Elternteilen und ihren Kindern bestehen, sind in der Schweiz längst keine Randerscheinung mehr. Sie stellen vielmehr eine Haushaltsform dar, die mit der zunehmenden Diversifizierung von Lebensformen permanent an Bedeutung gewinnt. Statistische Erhebungen des Bundesamtes für Statistik (BFS) zufolge gab es im Jahr 2013 in der Schweiz um die 200.000 Einelternhaushalte. Trotz ihrer wachsenden Bedeutung ist das Phänomen Alleinerziehende aus sozialwissenschaftlicher Perspektive bisher kaum erforscht. Vielmehr tauchen sie in offiziellen Statistiken als homogene Gruppe auf, besonders hinsichtlich Armutsgefährdung und Sozialhilfebezüge. Daher hat das IZFG in einer Studie im Auftrag der Caritas Schweiz die Lebenslagen von elf Alleinerziehenden in ihrer Diversität anhand vertiefter, biographischer Leitfadeninterviews exemplarisch untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Alleinerziehende vor viele Herausforderungen gestellt werden und häufig von struktureller Diskriminierung betroffen sind. In den meisten Fällen entwickeln sie Strategien, um sich diesen Herausforderungen zu stellen, Hindernisse zu überwinden und mit prekären Situationen umzugehen.